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Hunde

Zahngesundheit beim Hund: Worauf Sie achten sollten

Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Problemen beim Hund – und das Entscheidende passiert unter dem Zahnfleischrand. Warnsignale, Pflege zu Hause und was eine professionelle Zahnreinigung leistet.

Meist fällt es zuerst über den Geruch auf: Der Atem des Hundes wird strenger, und beim genaueren Hinsehen zeigt sich am Zahnfleischrand ein bräunlicher Belag. Erkrankungen des Zahnhalteapparats – Fachleute sprechen von Parodontalerkrankungen – gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Hund überhaupt. Die WSAVA-Leitlinien für Zahnheilkunde nennen die häufig zitierte Schätzung, dass bereits im Alter von zwei Jahren rund 80 Prozent der Hunde Anzeichen einer Parodontalerkrankung zeigen.1

Wie viel davon im Praxisalltag tatsächlich erkannt wird, zeigt eine große britische Auswertung: Unter 22.333 Hunden in hausärztlichen Tierarztpraxen wurde innerhalb eines Jahres bei 12,52 Prozent eine Parodontalerkrankung diagnostiziert.2 Die Lücke zwischen beiden Zahlen ist kein Widerspruch, sondern das eigentliche Problem: Bei der Untersuchung am wachen Hund wird nur ein Teil der Erkrankungen sichtbar. Werden Hunde dagegen in Narkose gründlich untersucht, finden Studien je nach Population bei 44 bis 100 Prozent der Tiere eine Parodontalerkrankung.3 Das Wesentliche spielt sich unter dem Zahnfleischrand ab – und genau deshalb lohnt es sich, hinzuschauen, bevor etwas auffällt.

Wie Zahnerkrankungen entstehen

Am Anfang steht nicht der Zahnstein, sondern ein weicher, zunächst unsichtbarer Belag aus Bakterien: die Plaque. Sie bildet sich auf einer sauberen Zahnoberfläche innerhalb von etwa 24 Stunden neu. Wird sie nicht entfernt, lagert sie Mineralien aus dem Speichel ein und verhärtet innerhalb weniger Tage zu Zahnstein; eine Zahnfleischentzündung kann schon nach rund zwei Wochen beginnen.1 Zahnstein ist also vor allem ein Zeichen dafür, dass die Plaque schon länger nicht entfernt wurde – schädlich ist in erster Linie der Bakterienfilm, der ihn bedeckt und sich entlang des Zahnfleischrands in die Tiefe ausbreitet.

Von hier verläuft die Erkrankung in Stufen:

  • Gingivitis: Die Bakterien reizen den Zahnfleischsaum. Das Zahnfleisch ist gerötet, leicht geschwollen und blutet schnell. In diesem Stadium ist noch kein Halteapparat verloren – die Entzündung ist durch eine professionelle Reinigung und gute Pflege vollständig umkehrbar.
  • Parodontitis: Bleibt die Entzündung bestehen, greift sie auf die Strukturen über, die den Zahn im Kiefer halten – die Fasern der Wurzelhaut und den Kieferknochen. Es entstehen Zahnfleischtaschen, der Knochen wird abgebaut, der Zahn lockert sich und geht schließlich verloren. Einmal verlorener Knochen wächst nicht von selbst nach.

Genau deshalb ist frühes Handeln so lohnend: Solange es bei einer Gingivitis bleibt, lässt sich der Zustand vollständig zurückdrehen.

Die Stadien in einfachen Worten

Tierzahnärztinnen und Tierzahnärzte beschreiben den Schweregrad für jeden einzelnen Zahn – ein Hund kann also gesunde Zähne neben stark erkrankten haben. Die international gebräuchliche Einteilung des American Veterinary Dental College kennt fünf Stufen:4

  • Stadium 0 – gesund: kein entzündetes Zahnfleisch, kein Knochenverlust.
  • Stadium 1 – Gingivitis: Das Zahnfleisch ist entzündet, der Halteapparat noch vollständig intakt. Vollständig umkehrbar.
  • Stadium 2 – beginnende Parodontitis: Weniger als ein Viertel des Halteapparats ist verloren; im Röntgenbild zeigen sich erste Veränderungen.
  • Stadium 3 – mittelgradige Parodontitis: 25 bis 50 Prozent des Halteapparats sind verloren.
  • Stadium 4 – fortgeschrittene Parodontitis: Mehr als die Hälfte des Halteapparats ist verloren; der Zahn ist meist nicht mehr zu erhalten.

Ob ein Zahn in Stadium 1 oder in Stadium 3 ist, lässt sich von außen nicht sicher sagen. Dafür braucht es die Sondierung der Zahnfleischtaschen und ein Röntgenbild – beides ist nur am narkotisierten Hund möglich.

Warum gesunde Zähne für den ganzen Hund zählen

Bei einer Parodontitis können Bakterien und Entzündungsstoffe aus der Maulhöhle in die Blutbahn gelangen. Große Beobachtungsstudien an zehntausenden Hunden fanden Zusammenhänge zwischen dem Schweregrad der Parodontalerkrankung und Herzerkrankungen wie Endokarditis sowie einem höheren Risiko für chronische Nierenerkrankungen; auch Veränderungen an der Leber wurden beschrieben.5 Solche Studien belegen Zusammenhänge, aber keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung – dass jeder Hund mit Zahnstein „Organschäden“ entwickelt, wäre übertrieben. Sicher sagen lässt sich: Eine fortgeschrittene Parodontitis bedeutet chronische Entzündung und Schmerz, führt zu Zahnverlust und kann in schweren Fällen den Kieferknochen so schwächen, dass er bricht, oder eine offene Verbindung zwischen Maul- und Nasenhöhle entstehen lassen.1

Welche Hunde besonders gefährdet sind

Jeder Hund kann eine Parodontalerkrankung entwickeln, aber das Risiko ist ungleich verteilt. Die britische VetCompass-Studie fand das höchste Risiko bei Toy-Pudeln (rund viermal so hohe Chance wie bei Mischlingen), gefolgt von King Charles Spaniel, Greyhound und Cavalier King Charles Spaniel; Spaniels insgesamt und kurzköpfige Rassen waren ebenfalls häufiger betroffen. Mit steigendem Körpergewicht sank das Risiko dagegen kontinuierlich.2 Zwei Faktoren erklären das weitgehend: Bei kleinen Hunden stehen genauso viele Zähne – nämlich 42 – auf viel weniger Platz, was zu Engstand und schwer zu reinigenden Nischen führt. Und der große Reißzahn im Unterkiefer ist bei kleinen Hunden im Verhältnis zum Kieferknochen so groß, dass bei Knochenabbau kaum Reserve bleibt.1

Auch das Alter spielt eine Rolle: Die Wahrscheinlichkeit einer Parodontitis nimmt mit jedem Lebensjahr zu, und typischerweise erkranken Schneidezähne, der vierte Vorbackenzahn im Oberkiefer und der erste Backenzahn im Unterkiefer zuerst.3 Wer einen kleinen Hund oder eine der genannten Rassen hat, sollte Zahnpflege daher nicht als Kür, sondern als Teil der Grundversorgung betrachten.

Welpen: Der Zahnwechsel verdient einen Blick

Hunde kommen mit 28 Milchzähnen durch die ersten Monate; sie brechen ab der dritten bis fünften Lebenswoche durch. Ab etwa dem vierten bis fünften Monat werden sie nach und nach durch die 42 bleibenden Zähne ersetzt, und mit rund sieben Monaten sollte der Zahnwechsel abgeschlossen sein.6 Bleibt ein Milchzahn stehen, obwohl der bleibende Zahn daneben bereits durchbricht – am häufigsten betrifft das die Fangzähne und besonders kleine Rassen –, spricht man von einem persistierenden Milchzahn. Zwei Zähne an einer Stelle bedeuten Engstand, Plaque-Nischen und mitunter eine Fehlstellung, bei der der bleibende Fangzahn in den Gaumen beißt. Solche Milchzähne sollten gezogen werden, sobald der Nachfolger sichtbar wird.7 Beim ersten Praxisbesuch mit dem Welpen und bei den Folgeterminen bis zum siebten Monat schauen wir deshalb auch auf den Zahnwechsel – und das ist zugleich der beste Zeitpunkt, Ihren Hund spielerisch an das Zähneputzen zu gewöhnen.

Warnsignale erkennen

Hunde zeigen Zahnschmerzen selten offen. Viele fressen weiter, weil der Hunger stärker ist als der Schmerz – und Besitzer bemerken erst im Rückblick, dass der Hund „irgendwie ruhiger“ geworden war. Achten Sie auf folgende Anzeichen:8

  • Mundgeruch: Ein deutlich unangenehmer, neu aufgetretener Geruch ist das häufigste Zeichen für bakterielle Prozesse. „Hundeatem“ ist nicht normal.
  • Verändertes Fressverhalten: Ihr Hund kaut nur auf einer Seite, lässt Futter fallen, frisst langsamer oder bevorzugt plötzlich weiches Futter.
  • Gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, Blut am Spielzeug oder im Speichel, vermehrter Speichelfluss.
  • Sichtbare Veränderungen: brauner Belag, abgebrochene oder verfärbte Zähne, geschwollenes Zahnfleisch, eine Schwellung unter dem Auge (häufig eine Wurzelentzündung des oberen Reißzahns).
  • Verhalten: Reiben der Schnauze, Pfötchengeben ans Maul, Kopfschütteln, Rückzug, Empfindlichkeit bei Berührung am Kopf oder eine plötzliche Abneigung gegen Kauspielzeug.

Wenn Ihnen eines dieser Zeichen auffällt, vereinbaren Sie gerne einen Termin. Je früher wir hinschauen, desto schonender ist in der Regel die Behandlung.

So pflegen Sie die Zähne zu Hause

Vorbeugung setzt genau dort an, wo die Erkrankung beginnt – bei der täglichen Plaque. Die Rangfolge der Maßnahmen ist dabei klar:

Zähneputzen ist der Goldstandard. Nichts entfernt Plaque so wirksam wie die mechanische Reinigung mit der Bürste. Täglich ist der Maßstab; dreimal pro Woche gilt als Minimum für ein gesundes Gebiss, und Putzen nur jeden zweiten Tag reichte in einer Studie nicht aus, um eine Zahnfleischentzündung zu kontrollieren. Wird das Putzen für einen Monat ausgesetzt, ist die Entzündung wieder auf dem Stand eines ungepflegten Gebisses.1 Verwenden Sie eine weiche Hundezahnbürste oder einen Fingerling und eine Zahnpasta für Hunde. Zahnpasta für Menschen ist ungeeignet: Sie enthält Schaumbildner und Fluorid, die nicht geschluckt werden sollen, und manche Sorten den Zuckeraustauschstoff Xylit, der für Hunde giftig ist.9

So gelingt der Einstieg: Beginnen Sie mit wenigen Sekunden, ohne das Maul zu öffnen – die Außenflächen der Zähne bei geschlossenem Maul sind die wichtigsten, denn dort sammelt sich der meiste Zahnstein. Loben Sie, hören Sie auf, bevor es unangenehm wird, und steigern Sie die Dauer über Wochen. Die Innenflächen sind ein Bonus für später.1

Kauartikel und Dentaldiäten – mit Siegel. Passive Pflege durch Kauen kann das Putzen ergänzen, aber nicht ersetzen. Welche Produkte tatsächlich etwas bringen, prüft der Veterinary Oral Health Council (VOHC): Er vergibt sein Siegel nur für Produkte, die in Studien nachweislich Plaque oder Zahnstein reduzieren und beim Kauen keine Zähne beschädigen. Die Liste umfasst Dentaldiäten, Kaustreifen, Zahnpasten, Wasserzusätze und Tücher.10 Sprays, Spülungen und Wasserzusätze allein reichen nach den WSAVA-Leitlinien in der Regel nicht aus, und normales Trockenfutter leistet keine verlässliche Zahnpflege.1

Finger weg von sehr harten Kauobjekten. Knochen, Geweihe, harte Kunststoff- oder Nylonknochen und Eiswürfel gehören zu den häufigsten Ursachen für Zahnfrakturen – meist bricht ein Stück vom großen Reißzahn ab, und liegt der Zahnnerv frei, ist der Weg für Bakterien in Wurzel und Kieferknochen offen.8 Ähnlich hart sind Hufe und manche Kauwurzeln. Eine einfache Faustregel: Was Sie mit dem Daumennagel nicht eindrücken können, ist für Hundezähne zu hart.

Einmal pro Woche ins Maul schauen. Heben Sie die Lefze an und betrachten Sie Zahnfleischrand und Backenzähne auf beiden Seiten. So fallen Veränderungen früh auf – und Ihr Hund lernt, dass Berührungen am Maul harmlos sind.

Warum „Zahnreinigung ohne Narkose“ keine Alternative ist

Immer wieder werden „sanfte“ Zahnreinigungen am wachen Hund angeboten. Das klingt schonend, wird aber von den tierzahnmedizinischen Fachgesellschaften einhellig abgelehnt. Das American Veterinary Dental College bezeichnet den Effekt als „rein kosmetisch“: Am wachen Tier lässt sich allenfalls der sichtbare Belag oberhalb des Zahnfleischs abkratzen, nicht aber die Zahnfleischtasche reinigen – der Bereich, in dem die Parodontitis aktiv ist. Scharfe Instrumente am unruhigen Kopf können zudem Zahnfleisch und Zahnhalteapparat verletzen, und eine vollständige Untersuchung samt Röntgen ist unmöglich.11 Das European Veterinary Dental College (EVDC) und die European Veterinary Dental Society (EVDS) warnen gemeinsam mit dem britischen Royal College of Veterinary Surgeons vor dem heikelsten Effekt: Außen saubere Zähne täuschen Gesundheit vor und verzögern die eigentliche Behandlung, während die Entzündung unter dem Zahnfleisch weitergeht.12 Die WSAVA bezeichnet das Verfahren in ihren Leitlinien als Tierschutzproblem und lehnt es ausdrücklich ab.1

Die professionelle Zahnreinigung unter Narkose

Ist bereits Zahnstein vorhanden oder das Zahnfleisch entzündet, lässt sich das mit Pflege zu Hause nicht mehr beheben. Dann ist eine professionelle Zahnreinigung nötig – und die erfordert eine Narkose. Nur so lässt sich schmerzfrei und gründlich arbeiten, nur so sind die Atemwege durch einen Beatmungstubus vor Spülwasser und gelösten Belägen geschützt, und nur so kommen wir an den entscheidenden Bereich unter dem Zahnfleischrand.

Die Sorge vor der Narkose verstehen wir gut. Zur Einordnung: In der bislang größten Untersuchung dazu lag das narkosebedingte Sterberisiko bei gesunden Hunden bei etwa 0,05 Prozent, also rund einem von 1.850 Tieren; bei kranken Hunden war es deutlich höher.13 Deshalb steht vor jeder Narkose eine Voruntersuchung: Herz und Lunge abhören, Allgemeinzustand beurteilen und – abhängig von Alter, Befund und Vorerkrankungen – eine Blut- oder Urinuntersuchung in unserem Praxislabor. Die Ergebnisse helfen uns, Medikamente, Dosierung und Überwachung an Ihren Hund anzupassen; ein Risiko von null gibt es aber auch mit unauffälligen Werten nicht.

Die Zahnreinigung selbst umfasst dann mehrere Schritte:

  • Vollständige Untersuchung jedes einzelnen Zahns mit Sondierung der Zahnfleischtaschen und Dokumentation im Zahnschema.
  • Dentalröntgen: Der größte Teil des Zahns – Wurzel und umgebender Knochen – ist von außen nicht beurteilbar. In einer Studie an 226 Hunden lieferten Röntgenaufnahmen von äußerlich unauffälligen Zähnen bei 27,8 Prozent der Hunde klinisch wichtige Befunde; bei Zähnen mit sichtbaren Veränderungen ergaben sie in der Hälfte der Fälle zusätzliche Informationen für die Behandlungsentscheidung.14 In unserer Praxis fertigen wir diese Aufnahmen mit einem digitalen Dentalröntgengerät (iM3) an; die Bilder liegen sofort vor und bleiben in der Patientenakte.
  • Entfernung von Zahnstein und Belägen ober- und vor allem unterhalb des Zahnfleischrands.
  • Politur aller Zahnoberflächen, damit sich neue Plaque langsamer anlagert.
  • Behandlung dessen, was Untersuchung und Röntgen zeigen: Zähne, die nicht mehr zu erhalten sind, werden in derselben Narkose gezogen – mit zusätzlicher örtlicher Betäubung und anschließender Schmerztherapie.

Da unerwartete Befunde häufig sind, besprechen wir vorab, wie weit wir im Fall des Falles gehen dürfen, und rufen Sie bei größeren Entscheidungen während des Eingriffs an. Nach der Behandlung beginnt die wichtigste Phase: Mit konsequenter Pflege zu Hause bleibt das Ergebnis lange erhalten – ohne sie bildet sich die Plaque innerhalb eines Tages neu.

Kurz gesagt

Zahngesundheit entsteht vor allem zu Hause: durch möglichst tägliches Zähneputzen, geprüfte Kauartikel und den Verzicht auf harte Kauobjekte. Tierärztliche Kontrollen ergänzen das, können Erkrankungen unter dem Zahnfleischrand aber nicht ausschließen; bei auffälligem Befund ist eine Untersuchung und Reinigung unter Narkose mit Dentalröntgen der Standard. Kleine Hunde, bestimmte Rassen und ältere Tiere brauchen besonders viel Aufmerksamkeit – und beim Welpen beginnt alles mit dem Zahnwechsel.

Ein praktischer Anlass für den Blick ins Maul ist der jährliche Vorsorgetermin, zum Beispiel bei der Impfung. Der Herbst ist dafür ein guter Zeitpunkt: Ein Zahncheck jetzt lässt genug Zeit, eine eventuell nötige Behandlung noch vor den Feiertagen in Ruhe zu planen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – mehr zu unserer Zahnheilkunde finden Sie auf der Leistungsseite.

Quellen und Fußnoten

  1. Niemiec B et al. (2020): World Small Animal Veterinary Association Global Dental Guidelines. J Small Anim Pract 61(7): E36–E161. Leitlinienseite, PDF und Publikation. Quelle für die Prävalenz (80 % der Hunde im Alter von zwei Jahren), den Zeitverlauf von Plaque, Zahnstein und Gingivitis, die Putzfrequenz, die Einordnung von Kauprodukten und Wasserzusätzen, die Folgen fortgeschrittener Parodontitis, die Anatomie kleiner Hunde und die Position zur Zahnreinigung ohne Narkose. Eine aktualisierte Fassung der Leitlinien erschien 2026 (doi:10.1111/jsap.70057). ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8

  2. O'Neill DG et al. (2021): Epidemiology of periodontal disease in dogs in the UK primary-care veterinary setting. J Small Anim Pract 62(12): 1051–1061. Volltext. 22.333 Hunde, Ein-Jahres-Periodenprävalenz 12,52 %; Odds Ratio Toy-Pudel 3,97, King Charles Spaniel 2,63, Greyhound 2,58, Cavalier King Charles Spaniel 2,39; Brachyzephale 1,25-fach, Spaniels 1,63-fach; sinkendes Risiko mit steigendem Körpergewicht. ↩ ↩2

  3. Wallis C, Holcombe LJ (2020): A review of the frequency and impact of periodontal disease in dogs. J Small Anim Pract 61(9): 529–540. PubMed. Prävalenz 9,3–18,2 % in hausärztlichen Praxen gegenüber 44–100 % bei Untersuchung in Narkose; Zunahme mit dem Alter und mit abnehmendem Körpergewicht; zuerst betroffene Zähne. ↩ ↩2

  4. American Veterinary Dental College: AVDC Nomenclature – Stages of Periodontal Disease. Stadien PD0 bis PD4 nach Attachmentverlust (unter 25 %, 25–50 %, über 50 %). ↩

  5. Glickman LT et al. (2009): Evaluation of the risk of endocarditis and other cardiovascular events on the basis of the severity of periodontal disease in dogs. J Am Vet Med Assoc 234(4): 486–494. PubMed; 59.296 Hunde mit Parodontalerkrankung plus altersgleiche Vergleichsgruppe. Glickman LT et al. (2011): Association between chronic azotemic kidney disease and the severity of periodontal disease in dogs. Prev Vet Med 99(2–4): 193–200. PubMed; Hazard Ratio 1,8 bis 2,7 je nach Stadium. Beide sind Beobachtungsstudien und belegen Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Leberbefunde: siehe WSAVA-Leitlinien, Abschnitt „Systemic consequences“. ↩

  6. Merck Veterinary Manual: Dental Development of Dogs. 28 Milchzähne und 42 bleibende Zähne; Durchbruch der Milchzähne ab 3–5 Wochen, der bleibenden Zähne ab etwa 4–5 Monaten, vollständig mit etwa 7 Monaten. ↩

  7. Merck Veterinary Manual: Developmental Abnormalities of the Mouth and Dentition in Small Animals. Persistierende Milchzähne: Prädisposition kleiner Rassen, meist Fangzähne, Extraktion sobald der bleibende Zahn durchbricht, Engstand als Risiko für Parodontitis und Fehlstellungen. ↩

  8. American Veterinary Dental College (2026): Catching Dental Disease Early in Dogs and Cats. Warnzeichen für Tierhalter, Ursachen von Zahnfrakturen (Knochen, Geweihe, harte Kunststoffspielzeuge, Eiswürfel) und Folgen einer Eröffnung der Zahnpulpa. ↩ ↩2

  9. Merck Veterinary Manual: Xylitol Toxicosis in Dogs. Xylit – unter anderem in Zahnpasten und Mundpflegeprodukten enthalten – löst beim Hund eine dosisabhängige Unterzuckerung aus und kann die Leber schädigen. ↩

  10. Veterinary Oral Health Council: VOHC Accepted Products for Dogs. Siegel für „Plaque“ und/oder „Tartar“; Produktkategorien Dentaldiäten, Kauartikel, Zahnpasten, Wasserzusätze und Gele, Bürsten und Tücher. Dass VOHC-Produkte eine zahnschonende Konsistenz haben müssen, beschreiben die WSAVA-Leitlinien. ↩

  11. American Veterinary Dental College (2004): Position Statement – Companion Animal Dental Scaling Without Anesthesia. ↩

  12. EVDC, EVDS, BVDA und RCVS: A statement on „anaesthesia-free dental procedures“ for cats and dogs; gleichlautend mit weiteren Unterzeichnern beim European Veterinary Dental Forum. ↩

  13. Brodbelt DC et al. (2008): The risk of death: the confidential enquiry into perioperative small animal fatalities. Vet Anaesth Analg 35(5): 365–373. PubMed. 98.036 Hunde; narkose- und sedationsbedingte Sterblichkeit insgesamt 0,17 %, bei gesunden Hunden 0,05 % (1 von 1.849), bei kranken Hunden 1,33 %. ↩

  14. Verstraete FJ, Kass PH, Terpak CH (1998): Diagnostic value of full-mouth radiography in dogs. Am J Vet Res 59(6): 686–691. PubMed. 226 Hunde; klinisch wichtige Befunde bei 27,8 % der Hunde an klinisch unauffälligen Zähnen, zusätzliche Informationen bei 50,0 % an auffälligen Zähnen; größerer Nutzen bei älteren Hunden. ↩

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